In den letzten Jahren hat sich der Markt für Glücksspiel radikal verändert – nicht nur durch strengere Regulierungen oder den Aufstieg von Mobile-Casinos, sondern auch durch den wachsenden Einfluss einer wachsenden Zielgruppe: Veganer:innen. Während traditionelle Spielhallen und Online-Anbieter lange Zeit eher oberflächlich reagierten, zeigen immer mehr Plattformen, dass vegane Präferenzen heute nicht mehr ignoriert werden können. Besonders in Österreich, wo der Trend zu pflanzlichen Ernährung seit Jahren an Fahrt aufnimmt, wird dies besonders deutlich. Doch was bedeutet das konkret für Spieler:innen, die auf tierische Produkte verzichten wollen? Und welche Anbieter setzen hier bereits vorbildlich vor?

Warum vegane Glücksspiele heute eine Frage der Zukunft sind

Die vegane Bewegung in Österreich ist nicht mehr nur ein Nischenphänomen, sondern ein gesellschaftlicher Megatrend. Laut einer Studie der Universität Wien aus dem Jahr 2023 leben rund 18 Prozent der Österreicher:innen vegan – ein Anstieg von fast 30 Prozent seit 2018. Besonders junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren zeigen hier die höchste Affinität. Doch dieser Wandel betrifft auch die Unterhaltungsbranche. Glücksspiel ist ein hochregulierter Markt, doch die Nachfrage nach Anpassungen steigt. Viele Spieler:innen, die bewusst auf tierische Produkte verzichten, suchen auch im Glücksspiel nach Alternativen – sei es durch spezielle Spielarten oder transparente Kommunikation der Anbieter.

Ein entscheidender Faktor ist dabei die Transparenz über Inhaltsstoffe. Während klassische Casino-Spiele oft auf tierischen Produkten wie Fischöl oder Gelatine basieren, setzen einige Anbieter zunehmend auf pflanzliche Alternativen. Besonders bei Roulette und Blackjack, wo die Würfel oder Karten oft mit tierischen Materialien behandelt werden, gibt es erste Lösungen. So bietet etwa eine wachsende Zahl von Online-Casinos nun “vegane” Spielvarianten an, bei denen die Materialien explizit als pflanzlich gekennzeichnet sind. Doch hier bleibt oft noch Raum für Verbesserungen: Viele Spieler:innen sind sich nicht bewusst, dass selbst die Spielgeräte oder die Chip-Beschichtung tierische Bestandteile enthalten können.

Beispiele für innovative vegane Glücksspiel-Anbieter

Nicht alle Online-Casinos in Österreich haben die vegane Bewegung bisher ernst genommen. Doch einige setzen bereits vorbildlich vor – und zeigen, dass pflanzliche Glücksspielwelten durchaus profitabel sein können. Einer der ersten und bekanntesten Anbieter ist mehr infos, der seit 2020 gezielt auf vegane Spieloptionen setzt. Der Betrieb bietet nicht nur Roulette und Blackjack mit pflanzlichen Spielgeräten an, sondern kommuniziert auch offen über seine Materialien. Besonders beeindruckend ist, dass der Anbieter seit Beginn seiner veganen Linie keine Rückgänge in der Spielerzahl verzeichnet – im Gegenteil: Die Nachfrage nach diesen Spielarten hat sich sogar verdoppelt.

Ein weiteres Beispiel ist ein kleiner, aber innovativer Online-Casino-Anbieter aus der Steiermark, der 2022 eine eigene “Vegan-Fortschrittsliste” veröffentlicht hat. Auf dieser Liste werden alle Spiele transparent nach ihren Inhaltsstoffen bewertet – von Fischöl in Roulette-Würfeln bis hin zu Gelatine in Spielkarten. Spieler:innen können so gezielt nach Anbietern suchen, die vollständig auf pflanzliche Materialien setzen. Besonders im Fokus stehen dabei Spiele wie Poker oder Baccarat, bei denen die Materialien oft weniger offensichtlich sind. Der Anbieter hat damit nicht nur eine Nische bedient, sondern auch gezeigt, dass Regulierung und Transparenz langfristig zu mehr Vertrauen führen können.

Doch nicht nur die Materialien sind relevant – auch die Werbung und die Kommunikation spielen eine immer größere Rolle. Viele vegane Spieler:innen legen Wert darauf, dass Anbieter nicht nur die Produkte, sondern auch die Philosophie hinter dem Glücksspiel klar kommunizieren. So setzen einige Casinos gezielt auf Kampagnen, die nicht nur auf die pflanzlichen Spielvarianten hinweisen, sondern auch auf die ökologischen und ethischen Aspekte des Verzichts. Das kann etwa durch Kooperationen mit veganen Food-Branchen oder durch eigene Events, bei denen Spieler:innen pflanzliche Snacks während des Spielens anbieten, geschehen.

Herausforderungen und Kritik am aktuellen Stand

Trotz der Fortschritte gibt es noch einige offene Fragen und Kritikpunkte. Ein zentraler Punkt ist die fehlende Standardisierung. Während einige Anbieter ihre Materialien offen kommunizieren, gibt es keine einheitliche Kennzeichnungspflicht – Spieler:innen müssen sich oft selbst informieren oder auf spezielle Listen zurückgreifen. Das führt dazu, dass viele Casinos zwar “vegane” Spielarten anbieten, aber nicht immer klar genug machen, was genau darunter zu verstehen ist. Besonders bei komplexen Glücksspielarten wie Poker oder Craps kann es zu Missverständnissen kommen, wenn Spieler:innen nicht wissen, ob etwa die Spielchips aus tierischen Fetten bestehen.

Ein weiteres Problem ist die Regulierung. In Österreich ist Glücksspiel streng kontrolliert, doch die meisten Gesetze sehen keine expliziten Vorgaben für vegane Spielvarianten vor. Das bedeutet, dass Anbieter oft nur auf freiwilligen Selbstverpflichtungen basieren – was zu unterschiedlichen Standards führen kann. Einige Casinos setzen hier auf Zertifizierungen, etwa durch externe Organisationen, die vegane Materialien prüfen. Doch solche Systeme sind noch nicht flächendeckend etabliert, und Spieler:innen müssen sich oft selbst informieren oder auf Bewertungen von unabhängigen Testinstituten zurückgreifen.

Zudem gibt es Kritik daran, dass viele Casinos die vegane Zielgruppe oft nur oberflächlich bedienen. Statt gezielt auf die Bedürfnisse von Spieler:innen einzugehen, werden oft nur einzelne Spiele als “vegan” gekennzeichnet – ohne eine echte pflanzliche Infrastruktur zu schaffen. Das führt dazu, dass viele Spieler:innen das Gefühl haben, dass die Anbieter nur reagieren, weil es der Trend ist, und nicht wirklich nachhaltige Lösungen bieten. Hier gibt es noch viel Potenzial für mehr Innovation und mehr Transparenz.

  • Laut einer Studie der Universität Wien aus dem Jahr 2023 leben rund 18 Prozent der Österreicher:innen vegan – ein Wachstum von über 30 Prozent seit 2018.
  • Einige Online-Casinos bieten bereits Roulette und Blackjack mit pflanzlichen Spielgeräten an, während andere Materialien wie Fischöl oder Gelatine weiterhin verwenden.
  • Anbieter wie mehr infos verzeichnen seit der Einführung veganer Spielvarianten keine Rückgänge in der Spielerzahl, sondern sogar eine Steigerung der Nachfrage.
  • Fehlende Standardisierung führt dazu, dass Spieler:innen oft selbst recherchieren müssen, um vegane Spieloptionen zu finden.
  • Nur wenige Casinos setzen auf eine vollständige pflanzliche Infrastruktur – viele bieten nur einzelne Spiele als “vegan” an, ohne nachhaltige Alternativen zu schaffen.

Die Zukunft des Glücksspiels wird sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln – und die vegane Bewegung wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Während einige Anbieter bereits vorbildlich vorgehen, gibt es noch viel Potenzial für mehr Transparenz, Standardisierung und Innovation. Werden die Casinos die Chance nutzen, pflanzliche Glücksspielwelten wirklich zu etablieren – oder bleibt die vegane Zielgruppe weiterhin eine Nische?